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Oktanten und Sextanten

Zur Messung von Winkeln dient auf See der Oktant oder der Sextant. Diese Instrumente werden unter dem Namen Spiegelinstrumente zusammengefaßt.

Die wesentlichen Bestandteile der Spiegelinstrumente sind die folgenden:
Der Instrumentenkörper ist ein festes, aus Metall verfertigtes und mit einem Handgriff versehenes Gestell in Form eines Kreisausschnitts, der beim Oktanten einen Mittelpunkts winkel von reichlich 45°, beim Sextanten eines solchen von reichlich 60° besitzt.
Um den Mittelpunkt des Kreisausschnitts ist ein Zeigerarm drehbar, der auch die Alhidade genannt wird. Die Stellung der Alhidade kann auch dem mit einer Gradteilung versehenen Bogen des Kreisausschnitts, dem Gradbogen oder Limbus, abgelesen werden. Dazu ist auf der Alhidade ein radialer Strich angebracht, der durch eine Null oder ein rautenförmiges zeichen kenntlich gemacht ist und der Index (Zeiger) genannt wird.

Über dem Drehpunkte der Alhidade steht senkrecht zur Instrumentenebene der große Spiegel. Ferner ist am Instrumentenkörper, ebenfalls senkrecht zu seiner Ebene, der kleine Spiegel angebracht. Das Glas dieses Spiegels ist nur in der Hälfte belegt, die dem Instrumentenkörper zugewand ist. Gegenüber dem kleinen Spiegel ist ein Fernrohrträger angebracht, in dem ein auf den kleinen Spiegel gerichtetes Fernrohr eingeschraubt werden kann.

Winkelmessung mittels des Spiegelinstrumentes

Um mittels eines Spiegelinstruments den Winkel zu messen, unter dem zwei Punkte  P und Q vom Beobachter aus erscheinen, hält man das Instrument so, daß seine Ebene durch das Auge O und die Punkte  P  und  Q  hindurchgeht. Durch den unbelegten Teil des kleinen Spiegels sieht man nach dem bei Vertikalwinkeln unten (bei Horizontalwinkeln links) gelegene Punkte  P  hin, so daß die von  P  kommenden Lichtstrahlen auf dem Wege  PKW  geradlinig ins Auge  O  gelangen. Darauf dreht man die Alhidade und mit ihr den großen Spiegel so, daß die von  Q  kommenden Lichtstrahlen durch Reflexion  an dem großen Spiegel  G  in die Richtung  GK und dann durch Reflexion aam kleinen Spiegel   K  ebenfalls in die Richtung  KW  geworfen werden. Sie gelangen auf diese Weise zusammen mit den von  P  kommenden Strahlen ins Auge. Man sieht dann die Bilder von   Q  und  P  in Deckung. Das Bild von   P  heißt das direkt gesehene, das Bild von  Q  das doppelt gespiegelte.
Verlängert man  QG  bis zum Schnitt  W  mit dem direkten Strahl, so ist Winkel  QWP=ß der gemessene Winkel.. Verlängert man die Spiegelflächen  G  und  K  bis zum Schnitt in  H, so ist  GHK  der Winkel zwischen den Spiegelflächen. Es gilt dann der Satz:

Der gemessene Winkerl ist doppelt so groß wie der Winkel zwischen den Spiegelflächen.

Lichtstrahlen, die von einem Gestirn oder einem weit entfernten irdischen Gegenstabde auf die Spiegel fallenb, kann man als parallel ansehen. Bringt man also das doppelt gespiegelte Bild eines solchen Gegenstandes mit seinem direkt gesehenen Bilde in Deckung, so ist
ß=0 und infolgedessen ist auch a=0
Diese Stellung, bei der die beiden Spiegel parallel stehen, nennt man die wahre Nullstellung der Alhidade.

In der wahren Nullstellung sollte der Indexstrich der Alhidade auf den Nullpunkt der der Teilung zeigen. Zunächst sei angenommen, daß das der Fall ist.
Die Teilung des Gradbogens ist so ausgeführt, daß man nicht den Winkel abliest, der von den Spiegeln gebildet wird, sondern das Doppelte dieses Winkels, d.h.. den gemessenen Winkel selbst. Mit einem Oktanten kann man Winkel bis zu 90°, mit einem Sextanten solche bis zu 120° messen.

Fortsetzung folgt ...................

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